Neue Cannabis-Strains Born in the USAWie die Legalisierung zu neuer Sortenvielfalt in Nordamerika führt

Vor einigen Jahren galten die Niederlande noch als das „Vorzeige"-Land, wenn es um einen liberalen Umgang mit Cannabis ging. Wer sehen wollte, wie sich eine Gesellschaft entwickeln könnte, in der Cannabis nicht mehr strikt verboten ist, brauchte sich nur in Städten wie Amsterdam umzusehen. Kein Wunder, dass gerade Amsterdam für Hanffreunde weltweit zum Mekka wurde. Die Politik der niederländischen Regierung und bahnbrechende Ereignisse in den USA haben dazu geführt, das die Niederlande ihre Vorreiterrolle verloren haben. Jetzt gibt es US-amerikanische Bundesstaaten, wo Cannabis „legaler" ist als es in Holland je war ...

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Neue Cannabis-Strains Born in the USA

Das sind insbesondere die Staaten Kalifornien, Washington und Colorado. Kalifornien war der Staat, in dem 1996 erstmalig die medizinische Verwendung von Cannabis erlaubt wurde. Dies stellte einen wichtigen Schritt in der Entkriminalisierung von Cannabis in den USA dar. Vor 1996 wurden jedes Jahr über 850.000 Amerikaner aufgrund des Besitzes oder von Anbau von Cannabis verhaftet worden. Etwa die Hälfte von ihnen musste eine Freiheitsstrafe im Gefängnis absitzen, Bußgeld zahlen oder bekam einen Eintrag ins Vorstrafenregister.
In vielen der US-Bundesstaaten gelten immer noch sehr strenge und repressive Cannabis-Verbote. Und selbst in Staaten, wo die medizinische Verwendung eigentlich legal ist, weigert sich die Polizei, diesen Status und den Willen der Wähler und des Gesetzgebers anzuerkennen und geht weiter gegen Grower und Konsumenten vor. Mittlerweile ist in 20 US-Bundesstaaten die medizinische Verwendung möglich, dennoch werden - auch in diesen Staaten — noch immer Tausende Cannabis-Freunde verhaftet und bestraft.
Auch wenn noch nicht alle Behörden die Zeit der Entspannung in der Cannabispolitik wahrhaben wollen, so zeigen die Vorgänge in Colorado und Washington, dass durch die Legalisierung von Cannabis ganz neue Möglichkeiten für Grower und Züchter entstehen. Sie brauchen sich nicht mehr zu verstecken und können in aller Öffentlichkeit an der Verbesserung und Weiterentwicklung von Cannabissorten arbeiten. Dadurch können ganz neue Generationen von Cannabis-Strains entstehen, die in puncto Potenz, Geschmack und Aroma neue Maßstäbe setzen.
Von all den Cannabis-Züchtern, die offen in den Vereinigten Staaten arbeiten, gehört der Nord-Kalifornische Züchter „Subcool" zu den bekanntesten und renommiertesten. Viele Leute glauben, er würde ganz allein diese Vielfalt an Hanfsorten entwickeln. Doch wie er mir selbst erzählt hat, sind bei seinen verschiedenen Projekten ganze Konsortien von professionellen Züchtern involviert. Darunter ist auch seine Frau MzJill. Das Konsortium ist unter dem Namen TGA Genetics aktiv und dürfte dem ein oder anderen bereits bekannt sein.
Nach über 20 Jahren Arbeit als Cannabiszüchter, und den schlechten Erfahrungen mit der amerikanischen Justiz, die ihn wegen des Anbaus von medizinischem Cannabis zu einer Gefängnisstrafe verurteilt hatte, fühlte sich Subcool erst recht herausgefordert: Er suchte Kontakt zu Growern und Züchtern an der US-Westküste und baute ein Netzwerk auf, dass sich zu einer Quelle von seltenen und besonderen Stecklingen und Hanfsamen kaufen entwickelte und mehr Cannabis-Genetik auf den Markt brachte, als jemals zu vor.
Die Cannabis-Szene an der Westküste der USA (insbesondere im Bundesstaat Kalifornien) besteht aus Tausenden von Growern und Züchtern. Sie haben bereits Hunderte von recht unterschiedlichen Sorten entwickelt, die oft nur als Steckling vermehrt werden und auf seltene Kush- und Hazegenetik zurückgeht. Einige dieser West-Coast-Strains beinhalten Eigenschaften von Sorten, die vor 20 bis 35 Jahren in Kalifornien entwickelt wurden. Von hier gelangte die Genetik in die Niederlande, wo sie weiterentwickelt wurde. Nun kommen diese Sorten wieder zurück, wo sie mit Landrassen kombiniert werden, die in den vergangenen zwei Dekaden gesammelt worden waren. Doch mit dem Sammeln von besonderen Stecklingen und Samen von Hybriden und Landrassen aus der ganzen Welt allein war es nicht getan. Vielmehr stellte dies „nur" die Grundlage für alle folgenden Züchtungen und Veredelungen des TGA-Projekts dar. Subcool und seine TGA-Crew sollten eine völlig neue Art von Cannabissorte entwickeln, die sich von allem unterscheidet, was seit den Sechzigerjahren von den niederländischen und nordamerikanischen Züchtern auf den Markt gebracht worden war. Dabei sind einige ihrer Ziele gar nicht so neu und ungewöhnlich: Zum einen soll der THC-Gehalt angehoben werden, zum anderen sollen Sorten entstehen, die zwar die energetischen Sativa- Charakteristika aufweisen, die aber deutlich kürzer blühen und schneller reifen, als das von Sativa dominierten Sorten normalerweise zu erwarten wäre. Zudem will das TGA-Team Sorten entwickeln, die sich sowohl indoor als auch outdoor einfach anbauen lassen. Sie sollen eine Resistenz gegen Grauschimmel, Thripse, Spinnmilben, Mehltau, Blattläuse und andere Schädlinge und Krankheiten aufweisen, die Cannabispflanzen sonst oft Probleme machen können.
Wie erwähnt, teilen sie diese Ziele auch mit vielen anderen Cannabiszüchtern. Was Subcool und seine TGA-Crew von anderen Züchtern unterscheidet, ist, dass sie auch die Verbesserung von Geschmack, Aroma und Cannabinoidprofil im Blick haben. Sie züchten Pflanzen, die sich gerade in ihrem Wirkstoffgehalt von allen bisher bekannten Sorten unterscheiden. Der Geschmack und das Aroma von Cannabispflanzen werden vor allem durch verschiedene ätherische Öle bestimmt, die als Terpene (oder auch Terpenoide) bezeichnet werden. Diese Stoffe lassen sich auch in Blüten und Früchten anderer Pflanzen finden. Wenn jemand sagt, dass eine bestimmte Cannabissorte nach Mango, Ananas oder Zitrone schmecken würde, dann kommt das daher, dass die Sorte zumindest teilweise die gleichen Aroma-Stoffe wie Mango, Ananas oder Zitrone enthält. Das Interessante an den Terpenen, Terpenoiden und anderen Komponenten ist, dass sie einen medizinischen Effekt aufweisen — unabhängig von der Wirkung der drei Hauptcannabinoide THC, CBD und CBN.
Die Wissenschaft ist sich noch nicht im Klaren darüber, welche Inhaltsstoffe welche Wirkungen haben und in wie fern die medizinischen Effekte auch den Cannabiskonsumenten erreichen, wenn er das Cannabis raucht oder vaporisiert. Die Zahl der Wissenschaftler, die annimmt, dass zumindest ein Teil der medizinischen Wirkung beim Konsumenten ankommt, steigt stetig. Forscher sagen, dass man davon ausgehen kann, dass sorgfältig aus natürlichen Grundstoffen hergestelltes Cannabis-Extrakt (wie etwa Bubblehash oder trocken gesiebtes Kief) die wertvollen Terpene und Terpenoide enthält und eine medizinische Wirkung bei oraler Einnahme oder durch eine der modernen Konsumformen (Stichwort „Dabbing") zu erzielen sei.
Die Züchter von TGA haben sich auf diejenigen Aromen und Gerüche konzentriert, die in den meisten populären Hanfsorten von den „Skunk"- und „Diesel"-Aromen überdeckt werden und somit verborgen bleiben. Das TGA-Team will die ganze Bandbreite von Aromen, wie sie sich in den unterschiedlichen Hanfsorten finden lassen, herausarbeiten und zu neuen Strains weiterentwickeln, deren Aromen dann von Pinien über Zi-tronen, Mangos, Trauben, Beeren, Kirschen bis hin zu gereiftem Käse reichen. Da sie nun schon seit vielen Jahren aktiv sind und ihre alten Sorten benutzen, um daraus neue zu kreieren, lassen sich 7o Prozent der TGA-Sorten schnell als solche erkennen, denn sie sind in gewisser Weise einmalig. Zwar entstammen sie alle der selben Familie, doch jeder Strain hat seinen ganz eigenen Geschmack, eigenes Aroma, eigene Wachstumscharakteristiken, einen eigenen psychoaktiven Effekt und ein eigenes Aussehen. Jemand, der sich nicht mit der Entwicklung von neuen Cannabissorten auskennt, mag überrascht und auch fasziniert sein, wenn er sieht, wie schwierig und zeitaufwendig das Züchten von neuen Cannabissorten ist. Zu den bekanntesten und grundlegendsten Sorten aus dem TGA-Sortiment zählt die Sativa-Hybrid-„Jack"-Linie. Wie es zur Entstehung dieser Sorte kamen, hat mir Subcool wie folgt beschrieben: „Vielleicht hast du schon einmal von der Sorte „Jacks Cleaner" gehört. Falls nicht, lass dir gesagt sein, dass sie seit einigen Jahren zur ersten Wahl vieler US-amerikanischer Top-Grower zählt. In diesen Kreisen hat sie bereits einen legendären Ruf. Bevor ich den Verkauf ihrer Samen gestartet habe, hatte ich sie selbst über Jahre gegrowt und getestet, und mir war klar, dass sie etwas ganz Besonderes ist.
1997 veranstaltete ich eine Party, zu der einige renommierte amerikanische Untergrund-Züchter und -Grower kamen. Wir verbrachten drei Tage damit zu rauchen, zu testen, zu reden und gut zu essen. Dabei fand ein inoffizieller Wettbewerb statt, den „Jacks Cleaner" eindeutig gewann: Alle Gäste wählten diese Sorte zu ihrem absoluten Liebling. Zuerst dachte ich, sie hätten das nur getan, um mir als Gastgeber einen Gefallen zu tun. Doch wie sich herausstellte, waren sie tatsächlich von seinem einzigartigen Aroma und den Effekten begeistert. Mir war klar, mit dieser Sorte hatte ich etwas ganz Besonderes gefunden. Doch wie war sie eigentlich entstanden, und wo kommt die Ursprungsgenetik her?
Die Entstehungsgeschichte der Jacks Cleaner und der gesamten Jack-Linie reicht bis ins Jahr 1994 zurück. Zu der Zeit bewegte ich mich zum erstenmal im Internet und begann mich mit anderen Growern zu konnekten. Zu den ersten Freunden unter den ernstzunehmenden Growern gehörte ein Typ mit dem Spitznamen „Skoosh". Er war ein seriöser, schwer arbeitender, Steuern zahlender Bürger, der, seit dem er erwachsen ist, jeden Tag Cannabis raucht. Wir tauschen unsere Grow-Erfahrungen und -Stories online aus, wurden high, während wir tippten und fanden heraus, dass wir beide Eiscreme mögen. Er schickte mir 200 Samen einer alten Sorten namens „Skoosh", die in seinem Umfeld bereits recht bekannt war. Ich brachte ein großes Tablett voller Samen zum Keimen und suchte nach einer Pflanze, die zur Mutter einer neuen Sorte werden könnte. Die Samen stammten von Sorten wie Pluton, Lamb's Bread, Purple Haze und Northern Lights.
Die meisten der Pflanzen beeindruckten mich nicht besonders. Es waren meist superdünne Sativas und Mutanten mit „gedrehten" Blättern. Ich fand nur ein paar wenige Pflanzen, die auf mich den Eindruck machten, als hätten sie Potential, und ich ließ sie bis zur völligen Reife weiterwachsen. Von all den Samen, die ich im Zeitraum eines Jahres zum Keimen gebracht hatte, blieb am Ende eine Pflanze übrig, die einen besonderen Phänotyp repräsentierte: Sie war extrem harzreich und roch stark nach Zitrusaroma. Der Geruch erinnerte mich sehr an einen Haushaltsreiniger mit Namen „Mr. Clean", sodass für mich der Name „The Cleaner" nahe lag. Doch die neue Sorte hatte zwei schlechte Eigenschaften: schwache Stengel und eine geringe Größe. Damals hatte ich noch nicht DAS Buch zum Thema Marijuana-Zucht gelesen, nämlich Robert Connell Clarices „Marijuana Botany" (dt.: „Hanf"). Und so waren meine Versuche noch nicht wirklich zielgerichtet — im Vergleich zu den heutigen wissenschaftlich fundierten Methoden. Ich wusste aber instinktiv, wo nach ich suchen und Ausschau halten müsste.
Ich hatte damals eine männlich Jack Herer von Sensi Seeds, die ich aus Faulheit nicht weggeschmissen hatte. Stattdessen stellte ich sie in einen dunklen Raum, wo sie eigentlich eingehen sollte. Doch sie weigerte sich vehement zu sterben! Nun gut, dachte ich, dann stelle ich mal einen der zu klein geratenen Cleaner-Stecklinge dazu, und siehe da, einige Wochen später konnte ich 35 Samen ernten. Ich ließ die Samen keimen und selektierte die vielversprechendste weibliche Pflanze heraus, die restlichen wurden entsorgt. Und so entstand eine unserer bekanntesten und beliebtesten Sorten „Jacks Cleaner": jede Menge Samen zum Keimen bringen, Selektion mit viel Aufmerksamkeit auf Wachstum und Cannabinoid-Charakteristika, und das in Zusammenarbeit mit Leuten, die über viel Erfahrung und seltene Cannabis-Genetiken verfügen.
Die original Jacks Cleaner zeichnet sich durch große und ertragreiche Pflanzen aus, deren Blüten mit untypisch vielen Harzkristallen übersät sind. Sie sehen so aus, als hätte man sie in Zucker getaucht. Ihr Hauptaroma setzt sich aus Zitrusaromen zusammen, wobei besonders Zitrone heraussticht. Mittlerweile haben wir Jacks Cleaner nicht mehr in unserem Samen-Katalog. Denn 2003 kreuzten wir ihre Pi (Mutterpflanze) mit einem Nachkommen der Kreuzung von Jacks Cleaner mit einer Blueberry. Heraus kam Jacks Cleaner 2, der manchmal auch als Jacks Cleaner BX bekannt ist. Das „BX" steht für Backcross (Rückkreuzung). Dieser Backcross hat bereits zahlreiche Preise gewonnen, darunter auch einen Award in Amsterdam, bei dem die Tester sagen, dass sie nie zu vor irgendetwas Vergleichbares geraucht hätten. Der Backcross der legendären Mutterpflanze Jacks Cleaner gehört bereits zu den Favoriten von Liebhabern extrem potenter Hybriden. Diese Sorte wächst wie eine große Sativa. Ihre Wirkungsoll etwas von jedem Typ High enthalten und dem Konsumenten am Ende ein breites Grinsen ins Gesicht treiben...
Ihr Geschmack und Geruch ist zu 100 Prozent Zitrone, was sich im Mund fast so anfühlt, als würde man ein Zitronenbonbon lutschen. Dieser Strain wurde für all diejenigen kreiert, die auf der Suche nach einem Jacks-Cleaner-Steckling für ihren Garten suchen, aber nicht über die Kontakte zu entsprechenden Grower-Netzwerken haben.
Alle weiblichen Pflanzen der Jacks Cleaner 2 haben dieses Zitrusaroma und riechen sehr süßlich und reichen fast an das Zitronenaroma der originalen Jacks Cleaner. Es gibt aber auch Phänotypen, wo das Zitrusaroma nicht so intensiv ist. Ich suche mir die ertragreichsten Stecklinge heraus und behalte ihre Mutterpflanze. In der Regel dauert die Blüte zwischen acht und zehn Wochen, wobei es wichtig ist, sie nicht zu früh zu ernten, da gerade in den letzten Wochen die Blüten besonders „anschwellen" und an Gewicht zu legen. Ich benutzte diese Sorte besonders gern zur Herstellung von Bubblehash, denn so lässt sich das Zitrusaroma gut konservieren. Alle Cannabis-Experten, mit denen ich über Jacks Cleaner gesprochen habe, sagen, dass dies eine ganz außergewöhnliche Sorte sei. Die Geschwindigkeit, mit der sie die Harzkristalle bildet, genauso wie die Größe der wirkstoffgeladenen Trichomköpfe ist so einzigartig, dass manche sie als extrem potenten „Freak" bezeichnen.
Wenn Leute die Jacks Cleaner 2 durch eine saubere Bong rauchen, sieht man den dichten Rauch aufsteigen. Im Mund scheint sich das Zitrusaroma in alle Nebenhöhlen auszubreiten. Das kann „kratzen" und zu Hustenreiz führen. Deshalb versuche ich, eher wenig von dem Rauch zu inhalieren, ihn für einige Sekunden in der Lunge zu behalten, zu fühlen, wie der Rauch expandiert und die Wirkung schnell in den Kopf steigt. Die anfängliche Wirkung würde ich als „visuell" und „zerebral" beschreiben. Doch dann kommen auch die anderen Effekte „angeschlichen", und es fühlt sich an, wie bei einer starken Indica: Heißhunger, der mich bizarre Kombinationen von Essen verschlingen lässt, gefolgt von einer Müdigkeit, die mich zu einem Schläfchen zwingt.
at man sich erst mal an die Effekte I gewöhnte und die passende Dosierung gefunden, hat Jacks Cleaner 2 eine erstaunlich schmerzlindernde Wirkung. Und wie mir ein guter Freund berichtete, scheint sie auch als Aphrodisiakum zu funktionieren ..." Diese Informationen von Subcool vermitteln einen kleinen Eindruck, mit welch Aufwand, Arbeit und Zeit das Züchten von neuen Cannabissorten verbunden ist.
In Amerika gibt es viele Grower, die Jacks Cleaner 2 oder andere TGA-Strains anbauen. In professionellen Indoor-Gärten lassen sich damit gute Erträge erzielen. Oft wird der Haupttrieb entfernt, um ihr Höhenwachstum einzuschränken und die Pflanze zum verstärkten Bilden von Nebentrieben zu animieren. Jedoch sollte auch immer klar sein, dass derartige „Hochleistungspflanzen" entsprechend hochwertige Nährstoffe benötigen, um die gewünschten Erträge in der kurzen Zeit zu erbringen zu können. Und gerade bei Sativa dominierten Sorte beobachte ich es immer wieder, dass sie zum Ende der Blütezeit noch einen Gang bei der Blütenbildung zulegen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Bedarf an Nährstoffen und Spurenelementen, der sich am effektivsten mit dafür entwickelten Produkten decken lässt.
Zu TGA Seeds und Subcool finde ich noch erwähnenswert, dass sie es ablehnen, Auto-Flowering-Sorten oder feminisierte Samen zu produzieren. Subcool hat eine kontroverse Diskussion entfacht, als er sagte, dass das Einführen der Ruderalis-Genetik in die medizinischen und psychoaktiven Sorten (wo es besonders auf den „Effekt" ankommt) nicht gerade schlau gewesen sei. Gleichzeitig ist er der Meinung, dass jeder Grower auch männliche Pflanzen haben sollte, um selbst testen, züchten und dadurch beitragen zu können, die genetische Vielfalt von Cannabis zu erhalten. Deshalb lehnt er feminisierte Samen ab, denn die schränken den Grower letztendlich nur ein und machen ihn abhängig.
Wenn es um die Frage geht, welche Sorten von TGA Seeds zu empfehlen sind, kann Steve nur auf seine eigenen Erfahrungen und die seiner engsten Grower-Kollegen zurückgreifen. Aber ihre Wahl ist recht eindeutig und lässt sich auf eine Handvoll Sorten reduzieren: Chernobyl, Jacks Cleaner 2, JillyBean, Time-wreck und Jesus OG Kush. Diese Sorten unterscheiden sich deutlich in Geruch, Geschmack, Wachstum und psychoaktiven Effekten von dem, was man normalerweise kennt. Die Fotos zu diesem Artikel können einen kleinen Eindruck von den kristallbeladenen Blüten liefern.
Ihr werdet in den kommenden Ausgaben der grow! immer wieder über Neuigkeiten in der US-amerikanischen Züchterszene auf dem Laufenden gehalten werden. Denn, was sich hier in den letzten Wochen und Monaten entwickeln konnte — dank der Entkriminalisierung von Cannabis in immer mehr US-Bundesstaaten zeigt, dass gerade eine neue Cannabis-Industrie entsteht, die uns bestimmt einige ungewöhnliche und interessante Cannabis Sorten bescheren wird.